Richtlinie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Gegenstand

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der anwendungsbezogenen Agrar- und Stadtökologieforschung können Schüler, Lehrlinge, Studenten, Hochschulabsolventen, Doktoranden (nachfolgend Bewerber genannt), die sich während und nach Abschluss der Ausbildung auf die weitere Qualifizierung durch Teilnahme und/oder Durchführung von Forschungsvorhaben vorbereiten, Geldleistungen als Stipendium oder Prämierungen für Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Leistungen erhalten. Darüber hinaus werden Forschungsprojekte an schulischen Einrichtungen sowie forschungsorientierte Maßnahmen der beruflichen Bildung für den Besuch von Hochschulen gefördert.

Die Themen für Stipendien und Prämierungen werden durch den Verein zur Förderung agrar- und stadtökologischer Projekte e.V. ausgeschrieben.

Kriterien

Die Forschungsvorhaben müssen einen hohen Nutzen für die Wissenschaft erwarten lassen.

Bewerbungen

Bewerbungen für themenbezogene Stipendien und forschungsprojektbezogene Prämien können sowohl von Einzelpersonen als auch von Arbeits- oder Forschungsgruppen in zweifacher Ausfertigung im Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (nachfolgend IASP genannt) eingereicht werden. In der Bewerbung ist ein Betreuer mit Benennung der entsprechenden Einrichtung anzugeben.

Über die Bewerbungen entscheidet der Vorstand des A.S.P. auf Vorschlag der Geschäftsleitung des IASP. Die ausgewählten Bewerber erhalten im Falle der Bewilligung eines Stipendiums einen Stipendienvertrag und im Falle von projektbezogenen Prämien eine Interessenserklärung zum Projekt.

A Themengebundene Stipendien

Gliederung der Bewerbung

  1. Formloser Antrag mit Verzeichnis der einzelnen Anlagen.
  2. Anlage 1
    Tabellarischer Lebenslauf, stichwortartige Beschreibung des Ausbildungsablaufs mit kurzer Erläuterung der Ausbildungsschwerpunkte.
  3. Anlage 2
    Kopien von Zeugnissen, eventuell bereits vorliegenden Gutachten, Nachweisen zur bisherigen Qualifikation; im Falle von Studium oder Promotion Kopie der entsprechenden Zulassung, Nachweise von bisher erworbenen zusätzlichen speziellen Kenntnissen (z. B. Sprachkenntnisse u. a.).
  4. Anlage 3
    1. Forschungsvorhaben: Das Forschungsvorhaben ist vom Bewerber auf nicht mehr als 10 Seiten selbst zu erarbeiten und wie folgt gegliedert darzustellen:
      • Inhaltsverzeichnis
      • Allgemeinverständliche Zusammenfassung mit kurzer Charakterisierung der Ziele und Methoden (nicht mehr als 15 Zeilen)
      • Beschreibung des Forschungsgegenstandes und der Vorarbeiten
        Das Forschungsvorhaben ist in knapper Form in seinen wesentlichen Merkmalen, Zielsetzungen, Arbeitshypothese, Aufgabenstellungen, Methoden und mit Gründen für die Auswahl des Vorhabens durch den Bewerber zu beschreiben. Dazu gehören Angaben zum Beginn der Forschungsarbeit, zum gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand sowie zur Literatur- und Quellenlage. Es muss erkennbar sein, dass der Bewerber die zentralen Fragestellungen und Ziele für den eigenen Untersuchungsansatz in Auseinandersetzung mit dem Kenntnisstand entwickelt hat. Der Stand der bisherigen eigenen Arbeit ist zu beschreiben. Angaben zur Einordnung des Vorhabens in das Forschungsprogramm eines Instituts/Bereichs und zur Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern oder Institutionen sollen in Abstimmung mit dem Betreuer beigefügt werden.
    2. Arbeits- /Zeitplan
      Die geplanten Arbeitsschritte sind in einem Zeitplan detailliert darzustellen. Der Zeitplan ist nach Monaten gegliedert tabellarisch zusammenzufassen und als Balkenplan darzustellen. Der Zeitpunkt für die mindestens einmal jährlich durchzuführende Evaluierung des jeweils erreichten Arbeitsstandes ist als Meilenstein im Arbeits- /Zeitplan festzulegen. Der Arbeits- /Zeitplan ist von Bewerber und Betreuer in seinen jeweiligen Etappen vorab durch Unterschrift zu bestätigen.
    3. Literaturverzeichnis
  5. Anlage 4 (zusätzlich für Promotionen)
    Bei Bewerbung um ein Promotionsstipendium ist eine vertrauliche Stellungnahme des oder der betreuenden Wissenschaftler in verschlossenem Umschlag beizubringen. Diese Stellungnahme beurteilt
    • die spezifischen Leistungen des Bewerbers,
    • den zu erwartenden Beitrag und hohen Nutzen für die Wissenschaft sowie die
    • fachliche Qualifikation, die wissenschaftliche Problematik, die Hypothese und Durchführbarkeit des Vorhabens gemäß Arbeits- /Zeitplan.

Stipendienhöhe

Das leistungsabhängige Stipendium beträgt bis zu 1.000,00 Euro monatlich zuzüglich einer Sach- und Reisekostenpauschale von bis zu 100,00 Euro monatlich. Hinzu kommt ein Familienzuschlag von 100,00 Euro monatlich, wenn der Stipendiat ein Kind zu versorgen hat. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Stipendienbetrag um weitere 50,00 Euro.

Stipendienvergabe

Bei Vergabe des Stipendiums werden Höhe und Laufzeit des Stipendiums auf Grundlage des begutachteten Arbeits-/Zeitplanes individuell festgelegt und vertraglich geregelt. Die Evaluierung des Arbeitsstandes erfolgt auf Festlegung der Betreuer in Abstimmung mit dem IASP vorzugsweise in einem Forschungskolloquium. Vom Ergebnis der Evaluierung ist die Stipendienvergabe für das Folgejahr abhängig. Ein Rechtsanspruch auf das Stipendium besteht nicht.

Stipendienvertrag

Für die Laufzeit des Stipendiums wird ein Vertrag mit dem Stipendiaten abgeschlossen, der

  • den bestätigten Arbeits-/Zeitplan,
  • die Meilensteinplanung mit Angabe der Evaluierungstermine,
  • die leistungsbezogenen Kriterien für die Höhe des Stipendiums sowie
  • die Regelungen für die Betreuung des Stipendiaten innerhalb und außerhalb des IASP
enthält.

Bei negativer Evaluierung oder Abbruch endet der Stipendienvertrag nach Vorlage eines ausführlichen Abbruchberichtes vorfristig.

B Forschungsprojektbezogene Prämien

Gliederung der Bewerbung

  1. Formloser Antrag mit Verzeichnis der einzelnen Anlagen
  2. Anlage 1
    Tabellarischer Lebenslauf, stichwortartige Beschreibung des Ausbildungsablaufs mit kurzer Erläuterung der Ausbildungsschwerpunkte und Angabe von ggf. besonderen zusätzlichen Ausbildungsleistungen.
  3. Anlage 2
    Dem Forschungskonzept ist eine Kurzbeschreibung voranzustellen. Das Forschungsvorhaben ist in ausführlicher Form in seinen wesentlichen Merkmalen, Zielsetzungen, seiner Arbeitshypothese, den Aufgabenstellungen, Methoden und hinsichtlich des zu erwartenden Nutzens durch den Bewerber zu beschreiben. Dazu gehören Angaben zum Beginn der Forschungsarbeit, zum gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand sowie zur Literatur- und Quellenlage. Es muss erkennbar sein, dass der Bewerber die zentralen Fragestellungen und Ziele für den eigenen Untersuchungsansatz in Auseinandersetzung mit dem Kenntnisstand entwickelt hat. Der Stand der bisherigen eigenen Arbeit ist zu beschreiben sowie ein Zeitziel zur Vorlage eines Zwischenberichtes und zum Abschluss des Forschungsprojektes zu setzen.

Prämienhöhe und Prämienzahlung

Die Prämie für ein Forschungsprojekt kann bis zu 1300,00 EUR betragen und wird in Abhängigkeit von der Qualität der wissenschaftlichen Arbeit gewährt. Die Höhe der forschungsprojektbezogenen Prämie und der Zahlungsmodus werden vom Vorstand des A.S.P auf Vorschlag der Geschäftsleitung des IASP festgelegt.

Ein Rechtsanspruch auf Zahlung einer Prämie nach Einreichung der Arbeit besteht nicht.

Interessenserklärung

Bei Bewilligung der forschungsprojektbezogenen Prämie erhält der Bewerber eine Interessenserklärung zum Projekt, die das Thema der Forschungsarbeit, die leistungsbezogenen Kriterien für die Höhe der erreichbaren Prämie und den Zahlungsmodus enthält.

Bei Schülern und Lehrlingen benennt die Ausbildungseinrichtung einen Betreuer, mit dem der Inhalt der Interessenserklärung abgestimmt und unterzeichnet wird. Der Betreuer trägt damit die Verantwortung für die sachliche Einordnung und Durchführbarkeit der Forschungsarbeit innerhalb der Ausbildungseinrichtung sowie die entsprechende Anerkennung für die geleistete wissenschaftliche Arbeit.

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt durch Beschluss des A.S.P. vom 06.12.2000 am 01.01.2001 in Kraft und wurde zuletzt am 29.06.2011 mit Wirkung zum 01.07.2011 aktualisiert.